Amfepramon

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Amfepramon hemmt das Hungergefühl, mindert das Schlafbedürfnis und wirkt stimulierend und anregend. Amfepramon gehört zur Gruppe der Amphetamine und wird in der Medizin als Appetitzügler bei ernährungsbedingtem Übergewicht angewendet. Bei Amfepramon handelt es sich um einen umstrittenen Wirkstoff. Das Medikament wurde Europaweit vom Markt genommen durch Entzug der Zulassung im Juni 2001. Seit 2003 ist es jedoch wieder als rezeptpflichtiges Medikament in Deutschland erhältlich.

Wirkung:

Im aktiven Zustand ist die Leistungsfähigkeit erhöht. Die Herztätigkeit wird verstärkt, der Kreislauf angeregt, der Blutdruck gesteigert. Man ist hellwach, Müdigkeit, Schlaf und das Hungergefühl werden unterdrückt.

Amfepramon ist ein indirektes Sympathomimetikum. Es erhöht die Anzahl der Botenstoffe, die für die Signalübertragung im sympathischen Nervensystem benötigt werden. Es wird angenommen, dass von Amfepramon eine direkte Hemmwirkung auf das appetitregulierende Zentrum des Gehirns ausgeht.

In Sportler- und Bodybuildingkreisen wird Amfepramon zur Appetitunterdrückung verwendet. Es hat zwar auch Eigenschaften eines Boosters, aber ist keine Alternative zu Ephedrin, da die Nebenwirkungen von Amfrepramon zu stark sind.

Zu beachten bei der Verwendung von Amfepramon ist das bei einer Langzeitbehandlung oder in hohen Dosen sich der Körper an den Arzneistoff gewöhnen kann und man so von dem Medikament abhängig werden kann.
Amfepramon sollte daher in der Regel nur 4-6 Wochen, maximal 12 Wochen, angewendet werden. Amfepramon darf nur bei starkem Übergewicht (BMI größer 30) verwendet werden, wenn kalorienarme Kost, Veränderung der Essgewohnheiten und Bewegung nicht den erwünschten gewichtsreduzierenden Effekt hatten.

Anwendungsgebiete:

Übergewicht (Adipositas, Fettleibigkeit)

Nebenwirkungen:

Wahrnehmungs- und Stimmungsbeeinträchtigungen, z.B. Depressionen, Euphorie, Verwirrungszustände, Halluzinationen und Albträume, erhöhte Neigung zu Krampfanfällen, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Blutdruckanstieg, Unruhe, Angstgefühl, Harndrang, zentrale Erregung, psychische Alterationen, Tremor der Hände, zentrale und myogene Tachykardie, Blutdruckanstieg, Extrasystolie, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Fieber, illusionäre Verkennungen, optische und akustische Halluzinationen, Krämpfe, Hyperthermie, Herz- und Kreislaufkollaps, Atemlähmung, Tod.

Bei Langzeitbehandlung und in hohen Dosen kann sich der Körper an den Arzneistoff gewöhnen und von dem Medikament abhängig werden. Nach langer und hoch dosierter Anwendung kann es bei plötzlichem Absetzen zu Entzugserscheinungen kommen. Das Medikament eigent sich nur zur kurzfristigen Anwendung.
Amfepramon sollte daher in der Regel nur 4-6 Wochen, maximal 12 Wochen, angewendet werden. Die Anwendung wird i.d.R. nur ab einem Übergewicht (BMI größer als 30) verordnet wenn folgende Therapiemaßnahmen wie die Veränderung der Essgewohnheiten, Umstellung auf kalorienarme Kost und Bewegung keine Wirkung erzielt haben.

Wechselwirkungen:

Der Bedarf an blutzuckersenkenden Medikamenten wie z.B. Insulin kann beeinflusst werden. In Kombination mit Blutgerinnungshemmern ist die Blutungsneigung erhöht. Bei gleichzeitiger Verwendung von Schnupfen-, Erkältungs- und Asthmamedikamente, die ebenfalls Wirkstoffe aus der Arzneistoffgruppe der Sympathomimetika enthalten, sowie bei hohen Dosen Coffein, können sich die Nebenwirkungen verstärken.

Dopinginformationen:

Amfepramon gehört zur Gruppe der Amphetamine, ist ein vom IOC verbotenes Dopingmittel und kann über
Dünnschicht- und Papierchromatographie, UV-Absorptions-Spektrometrie und IR-Absorptions-Spektrometrie nachgewiesen werden.

Anwendung / Dosierung:

in Bodybuildingkreisen sind 2-3 Kapseln á 25mg Amfepramon pro Tag gängig.

Die hier angegebenen Dosierungsinformationen verstehen sich nicht als Dosierungsempfehlung oder medizinischer Rat. Es handelt sich um Angaben von Bodybuildern die diese Wirkstoffe verwenden oder verwendet haben. Die Dosierungen sind auf keinen Fall als allgemein gültig anzusehen. Falls Sie mit dem Gedanken spielen Steroide oder ähnliches zu verwenden, fragen Sie einen Arzt oder Apotheker.

Schwarzmarktpreis / Verfügbarkeit:

60 Kapseln á 25mg Wirkstoff Amfepramon sind auf dem Schwarzmarkt zwischen 60 – 90 Euro zu bekommen. Die Verfügbarkeit ist mäßig. Alternativ kann Amfepramon in Deutschland als rezeptpflichtiges Medikament in der Apotheke bezogen werden.

Synonyme:

Amfepramonum, Amfepramone, Amfepramon hydrochloride, Amfepramonhydrochlorid, Diethylpropione

Handelsnamen / Hersteller:

Regenon / Temmler Pharma GmbH & Co. KG (Deutschland)
Tenuate Retard Retardtabletten / Artegodan GmbH (Deutschland)
Apisate / Wyeth (Großbritanien)
Anorex / Crinex (Frankreich)
Atractil / Trenker (Belgien)
Bonumin / Medipolar (Finland)
Delgamer / Marion Merrell (Spanien)
Dobesin / Abigo (Dänemark)
Linea / Valeas (Griechenland)
Frekentine /

Chemische Informationen:Amfepramon Amfepramone - Molekularformel

Molekularformel: C13H19NO
Molekulargewicht: 205.296 g/mol
Monoisotopische Masse: 205.146667 Da
Halbwertzeit: 4 – 6 Stunden
Schmelzpunkt: 175 °C

ATC-Code‎: ‎A08AA03
CAS: 90-84-6

Der Schmelzpunkt‎ von Amfepramon Hydrochlorid liegt bei: ‎168 °C (Zersetzung). Das Molekulargewicht liegt bei 241.76 g/mol.

Beschaffenheit: Feines, weißliches, kristallines Pulver mit leicht bitterem Geschmack; löslich in Wasser, Alkohol und Chloroform, unlöslich in Ether.

2-(Diethylamino)-1-phenyl-1-propanon
2-diethylamino-1-phenyl-propan-1-one, 2-Diethylaminopropiophenon, 1-Phenyl-2-diethylamino-1-propanon, Diethylpropion, a-Benzoyl-triethylamin, 2-(Diethylamino)-1-phenyl-1-propanon