Anabolika

Anabolika – was ist das?

Anabolika kommt aus dem griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt Vertagung, Aufschiebung (griechische Schreibweise: αναβολή [anabolé] ).

Als Anabolika werden Substanzen bezeichnet, die durch eine verstärkte Proteinsynthese den körpereigenen Gewebeaufbau begünstigen. Die meisten Anabolika bewirken eine schnelle Gewichtszunahme, die oft durch verstärkte Wassereinlagerungen verursacht wird. Es gibt jedoch auch Anabolika, welche die Fettverbrennung unterstützen, so das man trotz eines guten Muskelaufbaus nicht großartig an Gewicht zulegt. Diese Arten der Anabolika finden verstärkt im Sport Doping Anwendung, wo der Athlet auf sein Gewicht (Gewichtsklasse) achte muss.

Alle Anabolika haben gemeinsam, das sie grundsätzlich für eine positive Stickstoffbilanz sorgen und so eine muskelaufbaufreundliche Stoffwechsellage schaffen.

Zu den Substanzen mit anaboler Wirkung zählen insbesondere die anabolen Steroide, die ß2-Sympathomimetika sowie die Wachstumshormone. Diese Stoffe finden ihre Anwendung vorrangig in der Humanmedizin, als unerlaubte Dopingmittel im Leistungssport und in der Viehzucht.

Wie wirken Anabolika?

Anabolika beeinflussen den Anabolismus (Aufbaustoffwechsel) des menschlichen Körpers positiv, indem der Eiweißaufbau gefördert wird. Die Wirkung besteht darin, das der Körper verstärkt Eiweiß synthetisieren kann, und zugleich weniger Eiweiß abgebaut wird.

Anabole Steroide haben zwei Wirkungsarten:

Die anabole (stoffwechselbegünstigende und muskelaufbauende) Wirkung wird in Kombination mit gleichzeitigem intensivem Training erreicht und fördert den Aufbau von Eiweiß in der Muskulatur und senkt den Körperfettanteil. Die Regenerationsphasen werden zudem verkürzt, so das der Athlet häufiger trainieren kann.

Die androgene Wirkung ist die Kehrseite der Medaille und verantwortlich für die Nebenwirkungen.

Was für Anabolika gibt es?

Anabole Steroide: In der Klasse der anabolen Steroide findet man Testosteron als natürliches Steroid, sowie viele künstlich hergestellte Steroide, die in ihrer Wirkung dem Testosteron ähnlich sind wie z.B. Methyltestosteron, Nandrolon Decanoat, Stanozuolol, Metenolon und viele weitere.

β2Sympathomimetika: Eine weitere Klasse der anabolen Steroide bilden die sogenannten β2Sympathomimetika. Diese Stoffe wurden ursprünglich zur Behandlung von Asthma entwickelt. Eine Für die Asthmabehandlung wichtige Eigenschaft war die Erweiterung der Bronchien. Die β2Sympathomimetika haben jedoch auch eine fettabbauende (lipolytische) und muskelaufbauende (anabole) Wirkung. Diese Eigenschaften eignen sich hervorragend zu Leistungssteigerung und Dopingzwecken. β2Sympathomimetika finden auch eine rege Anwendung in der Viehzucht.

Wachstumshormone / Wachstumsfaktoren: Die Klasse der Wachstumshormone und Wachstumsfaktoren haben ebenfalls eine anabole Wirkung und regulieren das Zell- und Körperwachstum. In dieser Klasse findet man das Human growth Hormone (HgH oder Wachstumshormon, Somatropin), Insulin like growth Factor (IGF, IGF-1, Somatomedine) und Insulin.

Welche Nebenwirkungen haben Anabolika?

Nebenwirkungen von anabolen Steroiden: Charakteristische Nebenwirkungen dieser Substanzen sind Akne (Steroidakne, häufig auf dem Rücken oder im Gesicht), Herz-Kreislauf-Beschwerden und Leberschäden (vorrangig bei oral verabreichten Mitteln). Beim Mann kann neben einer Gynäkomastie eine Hodenatrophie mit Einstellung der Spermienproduktion beobachtet werden. Bei Frauen kann eine Einnahme anaboler Steroide zur vermehrten Körperbehaarung, zu Veränderungen des Menstruationszyklus, zum Klitoriswachstum sowie zur Veränderung der Stimmlage führen.

Nebenwirkungen von β2Sympathomimetika: Herz-Kreislaufnebenwirkungen, Muskelzittern, Muskelkrämpfe und Kopfschmerzen stellen häufige Nebenwirkungen der systemischen Anwendung von β2Sympathomimetika dar.

Nebenwirkungen der Wachstumshormone / Wachstumsfaktoren: Akromegalie, Diabetes mellitus (Typ 2). erhöhtes Krebsrisiko (Leukämie)

Weitere mögliche Nebenwirkungen: Bluthochdruck, Schwindel, Erektionsstörungen, Impotenz, Verkalkung der Gefäße, Vergrößerung des Herzens, Schlaganfall, Leberversagen, Nierenversagen,