Erythropoietin – EPO

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Erythropoietin (EPO) ist ein Wachstumsfaktor, für die roten Blutkörperchen (Erythrocyten), der in der Niere gebildet wird. Er regelt somit indirekt den Sauerstoffhaushalt des Körpers.

Je mehr rote Blutkörperchen dem menschlichen Blutkreislauf zur Verfügung stehen, desto leistungsfähiger arbeitet der gesamte Organismus, weil den Zellen entsprechend viel Sauerstoff zur Verfügung steht. Aus diesem Grund wird EPO bereits etwa seit Ende der 80er Jahre zum Zweck der Leistungssteigerung missbraucht. Vor allem Ausdauersportler profitieren von der Wirkung. Durch den erhöhten Anteil an Erythrozyten im Blut steigt allerdings die Gefahr von Blutgerinnseln.

In klinischen Studien der Phasen I und II konnte bereits ab 1986 an der University of Washington in Seattle nachgewiesen werden, dass die Therapie von Anämien mit rekombinantem EPO bei Krebs- und Nierenpatienten wesentlich nebenwirkungsärmer ist als Behandlungen mit Bluttransfusionen.

Das Biotechnologieunternehmen Amgen (USA) brachte 1989 das erste rekombinante EPO-Präparat (Epogen, Epoetin α) auf den Markt. Die patentrechtliche Lage erlaubt Amgen die Exklusivvermarktung von EPO-Präparaten in den USA bis ins Jahr 2015.

Nebenwirkungen:

Thrombosen, erhöhter Blutdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Grippe ähnliche Symptome

Auf Dopingliste seit:

1990, seit 2000 auch durch Urinproben nachweisbar.

Die Problematik für den Nachweis von EPO-Missbrauch liegt in der deutlich kürzeren Halbwertszeit des Hormons im Blut im Vergleich zur Dauer der künstlichen Leistungssteigerung. Das verabreichte EPO ist bereits nach wenigen Tagen völlig abgebaut und nicht mehr nachweisbar, während hingegen der Doping-Effekt zur Leistungssteigerung noch etliche Tage oder sogar Wochen anhält. Neben dem direkten Nachweis geben Verlaufsprotokolle anderer Blutparameter Aufschluss über möglichen EPO-Missbrauch.

Anwendung / Dosierung:

Die Dosierung muss individuell erfolgen, und beginnt mit der Initialmessung des Hämatokritwertes. Ist dieser noch unter 50 angesiedelt, so ist eine Initialdosis von 2×500 i.E. jeweils am Morgen zweier aufeinanderfolgender Tage gängig. Nach diesen beiden Tagen sollte der Wert erneut überprüft werden um eine Änderung feststellen zu können.

Gängige Verwendungsschemata sind es an 2 aufeinander folgenden Tagen zu nehmen, dann 2 aufeinander folgende Tage Pause machen. (2 Tage 500 i.E., 2 Tage nichts). Nach 4 Tagen den Hämatokritwert messen und die Fortschritte dokumentieren. Achtungt: Es darf nicht auf lineare Verläufe geschlossen werden. Es kann sein, dass der Hämatokritwert in den ersten 4 Tagen um 2,5% steigt, danach jedoch nur um 1% in den darauf folgenden 4 Tagen.
Lässt sich keine steigerung des
Hämatokritwertes feststellen, wird die Dosis langsam gesteigert.

Es ist extrem wichtig, dass der Hämatokritwert ständig gemessen wird. Eine EPO-Kur sollte nach spätestens 6 Wochengute Hämatokritwerte ergeben.

Die hier angegebenen Dosierungsinformationen verstehen sich nicht als Dosierungsempfehlung oder medizinischer Rat. Es handelt sich um Angaben von Bodybuildern die diese Wirkstoffe verwenden oder verwendet haben. Die Dosierungen sind auf keinen Fall als allgemein gültig anzusehen. Falls Sie mit dem Gedanken spielen Steroide oder ähnliches zu verwenden, fragen Sie einen Arzt oder Apotheker.

Schwarzmarktpreis / Verfügbarkeit:

Erythropoietin ist gut auf dem Schwarzmarkt verfügbar und kostet ca. 50€ pro 1000 i.E.

Synonyme:

Erythropoietin, Epoetin, EPO, Hämatopoetin (historisch)

Handelsnamen / Hersteller:

Erypo / Janssen Cilag (Ortho Biotech)
Epoxitin, Globuren (Italien)
Epopen / Esteve Laboratorios Pensa
Epoglobin / Jelfa Pharmaceuticals
Epox / Genexo
Procrit (USA), Eprex (übrige Staaten) / Johnson & Johnson
Eritrogen / Laboratories Bagó, Bolivien

Chemische / Biologische Informationen:

Reifes menschliches Erythropoetin ist ein Glykoprotein mit einem Molekulargewicht von 34 – 38 kD. Das reife Protein besteht aus 166 Aminosäuren (AS) und der Anteil der Glykosylreste am Molekulargewicht beträgt ca. 40 %.